Zusatzmaterial zu den Themen des Forums “Macht, Partizipation und Gewaltenteilung”

Der Beschluss zum Synodalen Weg und Einsetzung der Vorbereitungsforen

Im Rahmen der Frühjahrs-Vollversammlung der deutschen Bischöfe im März 2019 in Lingen wurde der Synodale Weg beschlossen.

Kardinal Reinhard Marx erklärte in der Abschluss-Pressekonferenz der Vollversammlung am 14. März 2019, dass man beschlossen habe,

„einen verbindlichen Synodalen Weg als Kirche in Deutschland zu gehen, der eine strukturierte Debatte ermöglicht und in einem verabredeten Zeitraum stattfindet, und zwar gemeinsam mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Wir werden Formate für offene Debatten schaffen und uns an Verfahren binden, die eine verantwortliche Teilhabe von Frauen und Männern aus unseren Bistümern ermöglichen. Wir wollen eine hörende Kirche sein. Wir brauchen den Rat von Menschen außerhalb der Kirche“.

Reinhard Kardinal Marx

Als einen wichtigen Aspekt des Synodalen Weges nennet der Vorsitzende der DBK das Thema “Macht, Partizipation und Gewaltenteilung”:

„Wir wissen um die Fälle klerikalen Machtmissbrauchs. Er verrät das Vertrauen von Menschen auf der Suche nach Halt und religiöser Orientierung. Was getan werden muss, um den nötigen Machtabbau zu erreichen und eine gerechtere und rechtlich verbindliche Ordnung aufzubauen, wird der Synodale Weg klären. Der Aufbau von Verwaltungsgerichten gehört dazu. “

Reinhard Kardinal Marx

Für die thematische Arbeit wurden bei der Frühjahrs-Vollversammlung vorbereitende Foren verabredet, die jeweils von einer Doppelspitze aus einem (Erz-)Bischof und einer/m Laienvertreter/in geleitet werden sollen. Die Leitung des Vorbereitungsforums „Macht, Partizipation und Gewaltenteilung“ wurde an Dr.in Claudia Lücking-Michel (Vizepräsidentin ZdK, AGEH e. V., Köln) und an Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann (Speyer) übertragen.

Mitglieder des Vorbereitungsforums „Macht, Partizipation und Gewaltenteilung“

  • Prof. Dr. Franz Xaver Bischof, Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit, Ludwig-Maximilians-Universität, München
  • Dr. Christoph Braß, Vizepräsident ZdK, BerlinProf.
  • Dr. Heinz Bude, Soziologie, Universität Kassel, Kassel
  • Andrea Fischer, Leiterin des bischöflichen Beraterstabes in Fragen sexualisierter Gewalt im Bistum Hildesheim
  • Luisa Fischer, Vorsitzende des Katholikenrats im Bistum Speyer
  • Bischof Dr. Gebhard Fürst, Rottenburg-Stuttgart
  • Prof. Dr. Manfred Gerwing, Dogmatik, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, Eichstätt
  • Bischof Dr. Gregor Maria Hanke, Eichstätt
  • Prof. Dr. Gregor Maria Hoff, Fundamentaltheologie, Universität Salzburg, Salzburg
  • Prof.in Dr.in Julia Knop, Dogmatik, Universität Erfurt, Erfurt
  • Pater Manfred Kollig SSCC, Generalvikar, Berlin
  • Prof.in Dr.in Ulrike Kostka, Diözesancaritasdirektorin, Berlin
  • Dr.in Claudia Lücking-Michel, Vizepräsidentin ZdK, AGEH e. V., Köln (Vorsitzende)
  • Alina Rafaela Oehler, Journalistin, Memmingen/Allgäu
  • Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck, Essen
  • Prof. Dr. Thomas Söding, Exegese, RUB, Bochum
  • Prof.in Dr.in Tine Stein, Politikwissenschaft, Universität Göttingen
  • Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Speyer (Vorsitzender)
  • Prof.in Dr.in Myriam Wijlens, Kirchenrecht, Universität Erfurt, Erfurt

Erweiterte Gemeinsame Konferenz in Fulda und Ergebnisse der vorbereitenden Foren

Die erweiterte Gemeinsame Konferenz am 13. und 14. September 2019 in Fulda behandelte u. a. die Ergebnisse der vorbereitenden Foren, Fragen zur Satzung und zur weiteren Arbeitsweise. An der Gemeinsamen Konferenz nahmen rund 50 Delegierte (Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz und Vertreter*innen sowie Mitglieder des ZdK) teil.

Ergebnisse des Vorbereitungsforums “Macht, Partizipation und Gewaltenteilung”

Das Forum behandelt fragt laut Aussage der offiziellen Homepage der Deutschen Bischofskonferenz,

“wie mit der Macht in der Kirche umgegangen wird. Was muss getan werden, um Machtabbau und eine Verteilung von Macht zu erreichen? Dazu ist eine kritische Selbstbesinnung auf die Bedingungen des Machtmissbrauchs unerlässlich. Außerdem sollen Ansätze, Prozesse und Strukturen einer nachhaltigen Erneuerung erörtert werden, wozu auch der Aufbau von Verwaltungsgerichten gehört. Zentrale Fragen im Forum werden sein: Wie ist in der Kirche Macht zu verstehen und auszuüben, wie zu organisieren, zu begrenzen und zu kontrollieren? Wie ist sie theologisch zu verantworten? Welche Rahmenbedingungen und welche Strukturen begünstigen Machtmissbrauch, welche werden zum Kampf gegen Machtmissbrauch benötigt?”

www.synodalerweg.de/struktur-und-organisation/synodalforen/

Die Arbeitsergebnisse des Vorbereitungsforums wurden in Form eines Arbeitspapiers gebündelt:

Arbeitspapier des Vorbereitungsforums “Macht, Partizipation und Gewaltenteilung”

Ausblick

Der auf zwei Jahre angelegte Synodale Weg hat offiziell am ersten Advent (1. Dezember) 2019 begonnen. In diesem Zeitraum wird die Synodalversammlung mit ca. 230 Mitgliedern zu vier großen Plenarsitzungen im St. Bartholomäus-Dom in Frankfurt am Main zusammenkommen:

  • 30. Januar bis 1. Februar 2020
  • 3. bis 5. September 2020
  • 4. bis 6. Februar 2021
  • 30. September bis 2. Oktober 2021

Für die thematische Erarbeitung der Vorlagen für die Synodalversammlungen sind die vier Synodalforen zuständig. Sie bestehen aus Mitgliedern der Synodalversammlung sowie weiteren Expertinnen und Experten.
Die personelle Zusammensetzung des Forums „Macht und Gewaltenteilung in der Kirche – Gemeinsame Teilnahme und Teilhabe am Sendungsauftrag“ wird in auf der ersten Synodalversammlung zum Synodalen Weg vom 30. Januar bis 1. Februar 2020 beschlossen.

Foto: © Alta Oosthuizen | Adobe Stock

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